Bericht vom 12.05. und 16.06.2026
Wir haben wieder über einige unseres Erachtens herausragende Punkte aus zwei Gemeinderatssitzungen zu berichten.
Am 12. Mai wurde die Einrichtung einer sogenannten Juniorklasse ab Schuljahr 2027/28 an der Gemeinschaftschule Weil im Schönbuch beschlossen. Das bedeutet: Kinder, die schulpflichtig geworden sind, aber z.B. noch sprachliche Defizite haben, erhalten vor Start in die erste Klasse ein Jahr lang eine breite Förderung. Weil auch Kinder aus Nachbargemeinden in Weil angemeldet werden können, dürfte eine gute Klassenstärke gesichert sein. Raum ist vorhanden. Geeignete Lehrkräfte werden vom Land zugewiesen und bezahlt. Das ist mal ein echter Reformschritt und wir sind froh, dass dieses Angebot für die Kinder unserer Gemeinde so leicht erreichbar sein wird.
Die Ersatzbeschaffung eines Radladers für den Bauhof mit Kosten von 116.441 € an Stelle eines Reparaturauftrags in Höhe von ca. 24.000 € löste über die Nachfrage eines Landwirts aus der WAB-Fraktion eine fachliche Diskussion aus. Wir Grüne begrüßen ausdrücklich, Alternativen genau zu prüfen, wenn diese Einsparungen versprechen und zugleich den angestrebten Zweck erfüllen könnten. In diesem Fall führte die genauere Prüfung jedoch zu einer einstimmigen Bestätigung der Beschlussvorlage und zum Beschaffungsauftrag, bei einer Enthaltung von Gemeinderat Heydenreich. Für den Verkauf des alten Geräts wird mit einem Erlös von 33.000 € gerechnet.
In der Sitzung vom 16.6. wurde das Thema Hitzeschutz für die Gemeinschaftsschule befasst, wofür wir schon lange eingetreten sind. Im Sommer letzten Jahres hatten wir bereits einen Prüfauftrag an die Verwaltung gestellt, Hitzeschutz in der Schule zu prüfen. In der nachfolgenden Haushaltsberatung wurde dieser Punkt nochmals bekräftigt.
Nach einer Begehung des Schulhauses durch Rathausspitze, Ortsbauamt und Schulleitung lag nun ein Beschlussvorschlag vor, der auf mittelfristige Abhilfen zielt. Es könnte beim sogenannten Teppichbau statt einem außenliegenden Sonnenschutz (die benötigte Konstruktion wäre sehr aufwändig) als Maßnahme der Auftrag von Folien auf die geneigten Glasfassaden und Oberlichter vorgenommen werden. Deren effektive Wirkung bestätigten Gemeinderat Klenk als Fachmann und Dorothee Belser als Lehrerin einer damit ausgestatteten Böblinger Schule. Solche ersten Maßnahmen höchster Priorität und mit Kosten von nur ca. 38.000 € sind für 2027 vorgesehen, stehen allerdings unter Finanzierungsvorbehalt. Weitere Maßnahmen für rund 74.000 € sollen in den Folgejahren umgesetzt werden, darunter außenliegender Sonnenschutz. Gemeinderat Mondry verwies darauf, dass dieser in der Regel durch die BAFA förderfähig sei.
Der Finanzierungsvorbehalt ist nach Einschätzung des Bürgermeisters und der Kämmerei deshalb unvermeidlich, da der konsumtive Haushalt bei einer Unterdeckung von der Finanzaufsicht zurückgewiesen würde. Und tatsächlich ist der sog. „Erfolgshaushalt“ auf Grund des starken Steuerrückgangs, insbesondere bei der Gewerbesteuer, auf Kante genäht. Wir stellten deshalb die Frage, unter welchen Voraussetzungen dieser für die Schule so dringende Hitzeschutz über den FINANZHAUSHALT statt über den konsumtiven Haushalt realisierbar wäre. Hier erklärte Herr Lahl, dass der Projektumfang einen Mindestzuschnitt haben müsse, unter anderem durch Einbeziehung von gleichzeitig drei Grundgewerken, um im Finanzhaushalt verbucht werden zu können. Wir sind der Meinung, dass das unbedingt kreativ angegangen werden sollte. Denn Arbeiten und Lernen benötigen in den Sommermonaten Raumtemperaturen, die überwiegend nicht über 28 Grad liegen.
Gemeinderätin Belser sprach sicher im Sinne eines erheblichen Teils der Bürgerschaft, wenn sie anregte, die den Kommunen aus dem Investitionsfond des Bundes zustehenden Fördermittel unter anderem in die Sanierung der Schule zu stecken.
Im Rahmen dieser Debatte erläuterte der Bürgermeister unter Vorziehung eines eigentlich späteren Tagesordnungspunktes, wie er sich für die Verwendung der ca. 6.3 Millionen € aus dem Fördertopf entschieden hat. Diese Mittel stehen der Gemeinde nach dem Willen der Landesregierung für investive Maßnahmen zu. Je schneller sie abgerufen werden, desto höher ist der Entlastungseffekt für den Finanzhaushalt der Gemeinde. Für die zügige Abrufung eignet sich in besonderer Weise das derzeit laufende Bauprojekt Bürgerhaus. Deshalb hat Herr Lahl in völliger Übereinstimmung mit seinen Befugnissen und gemäß des Fördermittelgesetzes die Anmeldung von Baukostenrechnungen für das Bürgerhaus bereits vorgenommen. Gemeinderat Heydenreich erklärte daraufhin für seine Person, dass er hier gern eine vorherige Einbeziehung des Ratsgremiums gesehen hätte. Dem stimmte Herr Lahl zu.
Die Situation ist nun die: Die Fördermittel werden dem Finanzhaushalt unbürokratisch rasch und vollständig zugutekommen unter Verwendungstitel „Bürgerhaus“. Da die Finanzierung des Bürgerhauses aber bereits durch die Beschlüsse des Gemeinderates abgesichert war, sind durch die nicht einkalkulierte hohe Förderung durchaus Spielräume für andere Projekte zu erwarten.
Besonders erfreulich gestaltete sich der Bericht der Sprecher des Arbeitskreises Weiler Flüchtlingshilfe, Astrid Wandel und Siegfried Müller, über die breite Tätigkeit der vielen ehrenamtlichen Integrationshelferinnen und -helfer. Hier wird für die Weil zugewiesenen Geflüchteten und für die Allgemeinheit ein großer Dienst der Eingliederung geleistet. Die hauptamtlichen Integrationsmanagerinnen der Gemeinde, Conny Kreuzer und Iryna Schanbacher, stellten ihre anspruchsvolle Tätigkeit ebenfalls mit einem optimistischen Realismus dar, wofür sie ebenfalls großen Beifall erhielten.
Ganz besondere Aufmerksamkeit erhielt Alexander Götz, Leiter des auch für Weil im Schönbuch zuständigen Polizeipostens in Schönaich, für seine Erläuterung zur Kriminalitätsstatistik. Die schon im vergangenen Jahr geschilderte sichere Situation in unserer Gemeinde ist weiterhin stabil, allerdings stellen Cyberkriminalität und leider auch Unfallfluchten neue Herausforderungen dar.
Der Bericht der Ortsbücherei durch Leiterin Braun war wieder eine tolle Erfolgsgeschichte. All dies macht uns stolz auf unsere Gemeinde und dankbar gegenüber den Beteiligten.
Dorothee Belser, Konrad Heydenreich und Tobias Mondry
Bericht vom 16.12.25, 20.01.26, 20.02.26, und 14.04.26
Wir melden uns mit unserem Fraktionsbericht zurück. Wegen der Landtagswahl und dem Neutralitätsgebot des Rathauses sind unsere Veröffentlichungen im BLÄTTLE drei Monate lang nicht möglich gewesen. Seit Dezember hat sich im Gemeinderat sehr viel getan. Aus Platzgründen stellen wir unsere Sichtweise nur für einige ausgewählte Vorgänge dar. Der Unfalltod unseres hochgeschätzten Kämmerers Andreas Bastl hat uns alle sehr erschüttert.
Die stellvertretende Leiterin des Amts für Forsten am LRA BB, Frau Radlinger, und unsere Försterin, Frau Glaser, berichteten am 16.12. über die Entwicklung des Gemeindewalds. Die Durchforstung orientiert sich stark an der Klimaanpassung des Schönbuchs und bringt recht gute Preise.
Der Rechtsanspruch auf Schulkinderbetreuung, gesetzlich geregelt ab dem nächsten Schuljahr, wurde vom Gemeinderat am 14.4. organisatorisch und personell gesichert. Durch einstimmigen Beschluss. Weil im Schönbuch kommt dabei ohne einen zunächst ins Auge gefassten Neubau aus. Das ist angesichts der Finanzlage eine doppelt gute Nachricht! Das vorhandene Team der Erzieherinnen und Erzieher geht die erweiterte Aufgabe sehr motiviert an, unter anderem durch Aufstockung der Arbeitszeiten.
Aus dem 100-Milliarden-Infrastruktur- und Klimaschutzprogramm des Bundes kann Weil im Schönbuch 6,3 Mio EUR als pauschale Investitionsmittel erhalten. Wir sehen damit die Chance, dass unsere sanierungsbedürftige Schule mittelfristig bekommt, was sie dringend benötigt, z.B. einen verbesserten Hitzeschutz.
Die Sitzung des Gemeinderats am 20.1. im Rettungszentrum war geprägt von einer engagierten Auseinandersetzung mit dem neuen Feuerwehrbedarfsplan. Die Anforderungen zum Schutz der Bevölkerung und der Betriebe sind seit der letzten Bestandsaufnahme vor 12 Jahren enorm gewachsen. Betriebsansiedlungen, dichtere und höhere Bebauung, kurz: das gewachsene städtische Potenzial des Kernorts Weil und neue Anforderungen z.B. durch die Elektro-Mobilität machen eine technische und personelle Weiterentwicklung unserer Wehr notwendig. Dabei werden Jahr für Jahr ca. 3 Mio EUR Personalkosten eingespart, weil wir uns – was heutzutage nicht selbstverständlich ist – noch immer verlässlich auf eine ehrenamtliche Feuerwehr stützen können. Dieser Personenkreis verdient nicht nur Dank, sondern eine angemessene Förderung. Gerade auch in sicherheitspolitisch schwierigeren Zeiten. Der externe Gutachter Dr. Roland Dehmke, mit dem die Verantwortlichen einen herausragenden Fachmann für die Erstellung des Bedarfsplans gewonnen hatten, sprach sich dabei auch klar für die Weiterführung aller drei Abteilungen aus. Effizienz in der Struktur und leistungsfähige technische Ausstattung ist der eine, eine Bewahrung der ortsteilbezogenen Motivation der Feuerwehrleute der andere Erfolgsfaktor. Obendrein haben die Abteilungen in Breitenstein und Neuweiler eine finanziell gar nicht aufzuwiegende hohe Bedeutung für das dortige Gemeinschaftsleben.
In der Sitzung vom 20.2. wurde u.a. der Beschluss gefasst, die Straßenbeleuchtung auf Energie und Kosten sparende LED-Technologie umzustellen. Dafür hatten wir uns schon lange eingesetzt.
Am 14.4. wurde die Anpassung der Hauptsatzung an den „Bau-Turbo“ (Bundesgesetz zur Beschleunigung des Wohnungsbaus) befasst. Wir Grüne begrüßen den Bau-Turbo ausdrücklich, weil wir davon Zeit- und Kosteneinsparungen und eine Belebung des nötigen Wohnungsbaus erwarten. Allerdings waren wir uns nicht einig darin, inwieweit die gesetzlich zunächst dem Gemeinderat zugeschriebenen Befugnisse auf den Bauausschuss übertragen werden sollten. Kollegin Dorothee Belser vertritt hier engagiert die Auffassung, große und städtebaulich bedeutsame Anträge, die auf Basis des Bau-Turbo gestellt werden, grundsätzlich im Gemeinderat zu behandeln, während die Kollegen Mondry und Heydenreich – wie im Fall anderer Bauanträge auch – für die Bearbeitung im Bauausschuss eintraten, denn er sei paritätisch von den Fraktionen besetzt und könne bei Bedarf gravierende Fälle in den Gemeinderat überweisen. Die Beschlussvorlage zur Änderung der Hauptsatzung wurde mit einer Gegenstimme angenommen. Wir verdanken Doro Belser eine sehr inhaltliche Diskussion.
Dorothee Belser, Konrad Heydenreich und Tobias Mondry